Tipps zum Oldtimerkauf

 
Der Kauf eines Oldtimers ist trotz seines technischen Hintergrundes in erster Linie eine stark emotionale Sache, die mit einem normalen Autokauf in keiner Weise vergleichbar ist.

1. Unterlagen
Bevor die das Fahrzeug besichtigen lassen Sie sich vom Eigentümer die Geschichte des Fahrzeuges erzählen. Haken Sie nach ob es noch diverse Rechnungen und Unterlagen (Serviceheft usw.) gibt. Anhand dieser Unterlagen können Sie nachvollziehen ob jemand gewissenhaft und umsichtig mit dem Fahrzeug umgegangen ist.

2. Spaltmaße am Fahrzeug kontrollieren
Sie können anhand der Spaltmaße am Fahrzeug überprüfen ob das Fahrzeug in der Vergangenheit in einen größeren Unfall verwickelt wurde.
Prüfen Sie die Spaltmaße am gesamten Fahrzeug, an Türen und Hauben um zu sehen, ob diese gleichmäßig sind. Sind beispielsweise die Spaltmaße zwischen Heckklappe und Seitenwand auf einer Seite größer als auf der anderen Seite, sollten Sie nachfragen ob das Fahrzeug in der Vergangenheit schon einen Unfall hatte.

3. Dichtungen
Da Dichtgummis eine regelmäßige Pflege benötigen sollten Sie darauf achten, das diese nicht porös oder geschrumpft sind.
Bitte bedenken Sie, dass der Austausch von schadhaften Dichtungen eine schwierige und kostspielige Angelegenheit sein kann!
Schauen Sie auch unter die Gummis. Oft verbirgt sich hier Rost oder Sie entdecken Spuren einer Neulackierung.

4. Lackprüfung
Überprüfen Sie den Lack auf eventuelle Lackschatten und Rostansätze.
Betrachten Sie die Karosserie gegen das Licht, ob sich leichte Wellen spiegeln. Wellige Lackoberflächen sind ein Zeichen für unfachmännische Reparaturen welche nicht selten mit übermäßigem Einsatz von Spachtelmasse einhergehen. Rostblasen unter dem Lack entpuppen sich in aller Regel als Durchrostung von innen und sind nur sehr aufwendig Instand zu setzen.

5. Motorraum
Überprüfen Sie die Bereiche an den Längsträgern und am Radhaus auf Rost und auf eventuelle Instandsetzungen.
Überprüfen Sie Motor und Getriebe auf Ölverlust. Bedenken Sie bitte das ein Motor immer etwas Öl verliert, gerade bei älteren Fahrzeugen. Sollten Sie auf einen völlig trockenen und sauberen Motor stoßen, könnte dies auch auf eine unmittelbar zuvor stattgefundene Motorwäsche zurückzuführen sein.

6. Kofferraum
Zum Überprüfen des Kofferraums entfernen Sie bitte den Bodenbelag und die Verkleidungen - soweit dies möglich ist.
Achten Sie auf Rost und eventuelle Unfallspuren. Achten Sie auch auf Feuchtigkeit im Innenraum.

7. Fahrgastraum
Überprüfen Sie den Innenraum auf Originalität. Sie sollten besonders auf das Armaturenbrett achten. Durch Sonneneinstrahlung kommt es hier oftmals zu Rissen und Ersatz ist schwer zu finden. Überprüfen Sie alle Instrumente auf ihre Funktion. Schauen Sie auf Polster und Himmel. Werfen Sie auch einen Blick auf den Sicherungskasten und die sonstige Verkabelung. Verbastelte Leitungen können schnell zum Albtraum werden.

8. Fahrzeug starten
Starten Sie den Motor und achten Sie auf ruhigen Lauf und eventuell vorhandene Geräusche. Sie sollten auch auf die Farbe der Abgase achten. Extrem dunkle oder helle Wolken deuten auf Schäden am Motor hin.

9. Probefahrt
Überprüfen Sie das Lenkungsspiel und ob sich das Fahrzeug schwammig fährt. Achten Sie auf Geräusche von Getriebe und Fahrwerk. Testen Sie die Bremsen (auch die Handbremse!).

10. Fachmann / Fachliteratur
Informieren Sie sich vorab in Fachzeitschriften und Fachliteratur über die Eigenheiten Ihres Wunschfahrzeuges. In ihnen werden die Fahrzeuge genau unter die Lupe genommen und modelltypische Schwachstellen aufgezeigt.

Allgemeiner Tipp:
Falls Sie sich nicht sicher sind ob das in Augenschein genommene Fahrzeug sein Geld wert ist, fragen Sie einen Fachmann! Eine Besichtigung durch einen Sachverständigen kostet nicht die Welt, kann Ihnen aber jede Menge Ärger und Geld sparen.

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