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Oldtimer & Exoten Bewertung & Tipps

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Bei der Besichtigung von neueren Großserienfahrzeugen hat man es mit eindeutigen Bewertungskriterien zu tun. Daher bleibt für die Wertfindung wenig Spielraum. Das Baujahr steht fest, der Kilometerstand kann abgelesen werden, weitere Kriterien wie der nächste HU-Termin, Vorschäden und Gesamtzustand sind eindeutig und die Fahrzeugbewertung sollte unter Zuhilfenahme aktueller Marktbeobachtungslisten zu einem eindeutigen Ergebnis führen.

Dies wird mit zunehmendem Alter des Fahrzeuges jedoch weniger eindeutig, da unterschiedliche Pflegezustände und Kilometer-Laufleistungen den rein rechnerischen Wert verfälschen. Und spätestens hier entstehen die Probleme der „subjektiven Bewertung“.

Bei Oldtimern sieht die Sache von vornherein ganz anders aus. Bei diesen Fahrzeugen spricht man nicht mehr vom Monat der ersten Zulassung, sondern rechnet nur noch in vollen Jahren. Kilometer-Angaben sind so gut wie nie aufgeführt und eindeutige Bewertungslisten gibt es nicht. Das wertentscheidende Kriterium bei der Bewertung eines klassischen Fahrzeuges ist der Pflege- und Erhaltungszustand. Dieser wird unterteilt in einzelne Zustandsnoten. Jeder dieser 5 Zustandsnoten kann selbstverständlich ein Marktwert zugeordnet werden.

Oldtimer - Zustandsnoten

Note 1Makelloser Zustand. Keine Mängel an Technik, Optik und Historie (Originalität). Fahrzeuge der absoluten Spitzenklasse.
Unbenutztes Original (Museumsauto) oder mit Neuteilen komplett restauriertes Spitzenfahrzeug. Wie neu (oder besser). Sehr selten!
Note 2Guter Zustand. Mängelfrei, mit leichten Gebrauchsspuren. Original oder fachgerecht und aufwendig restauriert.
Keine fehlenden oder zusätzlich montierten Teile.
Note 3Gebrauchter Zustand. Normale Spuren der Jahre. Kleinere Mängel, aber voll fahrbereit. Keine Durchrostungen.
Keine sofortigen Arbeiten notwendig. Nicht schön, aber gebrauchsfertig.
Note 4Verbrauchter Zustand. Nur bedingt fahrbereit. Sofortige Arbeiten notwendig. Leichtere bis mittlere Durchrostungen.
Einige kleinere Teile fehlen oder sind defekt. Teilrestauriert. Leicht zu reparieren (bzw. restaurieren).
Note 5Restaurationsbedürftiger Zustand. Nicht fahrbereit. Schlecht restauriert bzw. teil- oder komplett zerlegt. Größere Investitionen nötig, aber noch restaurierbar. Fehlende Teile.

Eine ausführliche Bewertung erfordert eine detaillierte und fachkundige Untersuchung des Fahrzeuges. Daraus resultierend ergibt sich eine Zustandsnote, die in der Bewertung festgehalten wird. Den dazugehörenden Marktwert recherchieren wir im Rahmen einer Marktbeobachtung.

Hierbei werden z.B. auch die Fahrgestellnummern überprüft, um festzustellen, ob es sich in Karosserie- und Motorausführung um ein originales bzw. modifiziertes Fahrzeug handelt. Eventuelle Veränderungen werden als wertbeeinflussende Faktoren in die Bewertung aufgenommen.

Preise
Der hohe Zeitaufwand und die erforderliche fachliche Ausbildung und Kompetenz begründen einen entsprechenden Preis für eine ausführliche Bewertung. Dieser Preis hängt stark vom tatsächlichen Aufwand (auch für die Wertrecherche und Modellgeschichte) ab und kann daher nicht einheitlich vorgegeben werden.
Sollten Sie Interesse an einer ausführlichen Oldtimer-Bewertung haben, so geben wir Ihnen gerne mehr Informationen dazu.

Umfang der Bewertung
Der Umfang einer ausführlichen Bewertung beinhaltet immer eine gründliche Untersuchung der einzelnen Fahrzeugkomponenten wie z.B. Unterboden, Motorraum, Innenraum, Lackierung etc. Die einzeln ermittelten Zustandsnoten dieser Bereiche ergeben im Ergebnis eine Gesamtzustandsnote. Aus dieser Zustandsnote wird dann der Fahrzeugwert ermittelt.

Was wird dokumentiert?
Eventuelle Vorschäden, Originalität und sonstige Besonderheiten wie Vorbesitzer, Modellgeschichte, Restaurationsaufwand etc. werden in der ausführlichen Bewertung dokumentiert. Ebenso die Zustandsnoten der einzelnen Fahrzeugkomponenten.

Wozu dient die Bewertung?
Neben der Verwendung als Bewertung für die Versicherungseinstufung bietet diese Bewertungsform Sicherheit im Schadenfall, um jederzeit den Wert des Oldtimers nachzuweisen. Sie ist aussagekräftig bei Kauf und Verkauf, da sie alle wertbeeinflussenden Bereiche dokumentiert.

Aktualität der Bewertung
Um die Aktualität zu gewährleisten, sollte eine Bewertung spätestens nach einem Jahr aktualisiert werden. Sofern keine Veränderungen (z.B. durch eine Restauration am Fahrzeug) vorgenommen wurden, hält sich der Aufwand für eine solche Erneuerung zeitlich und finanziell in Grenzen.

Der Kauf eines Oldtimers ist trotz seines technischen Hintergrundes in erster Linie eine stark emotionale Sache, die mit einem normalen Autokauf in keiner Weise vergleichbar ist.

1. Unterlagen
Bevor die das Fahrzeug besichtigen lassen Sie sich vom Eigentümer die Geschichte des Fahrzeuges erzählen. Haken Sie nach ob es noch diverse Rechnungen und Unterlagen (Serviceheft usw.) gibt. Anhand dieser Unterlagen können Sie nachvollziehen ob jemand gewissenhaft und umsichtig mit dem Fahrzeug umgegangen ist.

2. Spaltmaße am Fahrzeug kontrollieren
Sie können anhand der Spaltmaße am Fahrzeug überprüfen ob das Fahrzeug in der Vergangenheit in einen größeren Unfall verwickelt wurde.
Prüfen Sie die Spaltmaße am gesamten Fahrzeug, an Türen und Hauben um zu sehen, ob diese gleichmäßig sind. Sind beispielsweise die Spaltmaße zwischen Heckklappe und Seitenwand auf einer Seite größer als auf der anderen Seite, sollten Sie nachfragen ob das Fahrzeug in der Vergangenheit schon einen Unfall hatte.

3. Dichtungen
Da Dichtgummis eine regelmäßige Pflege benötigen sollten Sie darauf achten, das diese nicht porös oder geschrumpft sind.
Bitte bedenken Sie, dass der Austausch von schadhaften Dichtungen eine schwierige und kostspielige Angelegenheit sein kann!
Schauen Sie auch unter die Gummis. Oft verbirgt sich hier Rost oder Sie entdecken Spuren einer Neulackierung.

4. Lackprüfung
Überprüfen Sie den Lack auf eventuelle Lackschatten und Rostansätze.
Betrachten Sie die Karosserie gegen das Licht, ob sich leichte Wellen spiegeln. Wellige Lackoberflächen sind ein Zeichen für unfachmännische Reparaturen welche nicht selten mit übermäßigem Einsatz von Spachtelmasse einhergehen. Rostblasen unter dem Lack entpuppen sich in aller Regel als Durchrostung von innen und sind nur sehr aufwendig Instand zu setzen.

5. Motorraum
Überprüfen Sie die Bereiche an den Längsträgern und am Radhaus auf Rost und auf eventuelle Instandsetzungen.
Überprüfen Sie Motor und Getriebe auf Ölverlust. Bedenken Sie bitte das ein Motor immer etwas Öl verliert, gerade bei älteren Fahrzeugen. Sollten Sie auf einen völlig trockenen und sauberen Motor stoßen, könnte dies auch auf eine unmittelbar zuvor stattgefundene Motorwäsche zurückzuführen sein.

6. Kofferraum
Zum Überprüfen des Kofferraums entfernen Sie bitte den Bodenbelag und die Verkleidungen – soweit dies möglich ist.
Achten Sie auf Rost und eventuelle Unfallspuren. Achten Sie auch auf Feuchtigkeit im Innenraum.

7. Fahrgastraum
Überprüfen Sie den Innenraum auf Originalität. Sie sollten besonders auf das Armaturenbrett achten. Durch Sonneneinstrahlung kommt es hier oftmals zu Rissen und Ersatz ist schwer zu finden. Überprüfen Sie alle Instrumente auf ihre Funktion. Schauen Sie auf Polster und Himmel. Werfen Sie auch einen Blick auf den Sicherungskasten und die sonstige Verkabelung. Verbastelte Leitungen können schnell zum Albtraum werden.

8. Fahrzeug starten
Starten Sie den Motor und achten Sie auf ruhigen Lauf und eventuell vorhandene Geräusche. Sie sollten auch auf die Farbe der Abgase achten. Extrem dunkle oder helle Wolken deuten auf Schäden am Motor hin.

9. Probefahrt
Überprüfen Sie das Lenkungsspiel und ob sich das Fahrzeug schwammig fährt. Achten Sie auf Geräusche von Getriebe und Fahrwerk. Testen Sie die Bremsen (auch die Handbremse!).

10. Fachmann / Fachliteratur
Informieren Sie sich vorab in Fachzeitschriften und Fachliteratur über die Eigenheiten Ihres Wunschfahrzeuges. In ihnen werden die Fahrzeuge genau unter die Lupe genommen und modelltypische Schwachstellen aufgezeigt.

Allgemeiner Tipp:
Falls Sie sich nicht sicher sind ob das in Augenschein genommene Fahrzeug sein Geld wert ist, fragen Sie einen Fachmann! Eine Besichtigung durch einen Sachverständigen kostet nicht die Welt, kann Ihnen aber jede Menge Ärger und Geld sparen.

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Um einen Klassiker in einer Oldtimerversicherung unterzubringen benötigt man eine Fahrzeugbewertung, die über den Zustand und den Marktwert informiert.

Oldtimer & Exoten

Eine ausführliche Bewertung mit detaillierter und fachkundiger Untersuchung des Fahrzeuges. Daraus resultierend ergibt sich eine Zustandsnote, die in der Bewertung festgehalten wird.